
„Jurassic Park“ von Steven Spielberg: Der Film, der mein Gehirn zerlegt hat – und zwar für immer
Ich war elf. Und ich hab mich ins Kino geschlichen, obwohl der Film ab zwölf war. Und ganz ehrlich? Es war das Beste, was ich je gemacht hab. Jurassic Park hat mich so hart erwischt, dass ich heute – als Erwachsener mit zwei Kindern! – manchmal noch von Dinosauriern träume. Kein Film hat mich je stärker beeinflusst. Nichts hat mich je so fühlen lassen, was Kino wirklich sein kann: Magie, Staunen, Terror, Schönheit. Und dieser verdammte Score… aber der Reihe nach.
Wissenschaft, Hybris und die geilste Katastrophe überhaupt
John Hammond, dieser exzentrische Milliardär mit Zuckerstimme, baut sich einen Dinosaurierpark, weil er’s kann – und weil er will, dass Kinder Staunen. Klingt erstmal super. Nur: Wenn du mit der DNA von Velociraptoren rumspielst und dir denkt „Hey, was kann schon schiefgehen?“, kriegst du eben genau das. Eine Gruppe von Experten soll den Park begutachten – Alan Grant, Ellie Sattler, Ian „Chaos-Theorie“ Malcolm – und wird stattdessen zur Hauptattraktion.
Was als Hightech-Feuchttraum beginnt, wird zum Überlebenshorror. Und Spielberg inszeniert das mit einer Brillanz, die einem heute noch den Atem raubt. Es ist eben nicht nur „Menschen rennen vor Monstern“ – es ist ein verdammtes Statement über Größenwahn, Kontrollverlust und die pure, rohe Macht der Natur.
So simpel und doch so perfekt
Ja, die Figuren sind Archetypen. Aber halt verdammt gut gemachte. Alan Grant ist der stoische Dino-Nerd, der mit Kindern nichts anfangen kann, bis er gezwungen wird, zwei zu beschützen – und daran wächst. Jeff Goldblum als Ian Malcolm? Der geilste Zyniker der Filmgeschichte, mit nackter Brust und Sätzen, die heute noch jeder zitieren kann. Und Hammond? Kein Bösewicht, sondern ein naiver Visionär, dessen Traum in seine Einzelteile zerlegt wird.
Selbst die Kinder – eigentlich der Punkt, wo ich normalerweise aussteige – funktionieren hier. Weil sie nicht nur Plot-Tools sind, sondern echte Angriffsflächen für Angst, für Schutzinstinkte, für Spannung. Wenn Lex in dieser Küche dem Raptor gegenübersteht, hast du keine Zeit, genervt zu sein – du schwitzt einfach mit.

Als hätte Spielberg den Gottmodus freigeschaltet
Ich übertreibe nicht: Kein Film hat je so überzeugend gezeigt, wie das Unmögliche real aussehen kann. Der T-Rex im Regen ist Kino-Geschichte. Dieses Vibrieren im Wasserglas? Pure Genialität. Die Animatronics von Stan Winston? Bis heute unerreicht. Die CGI? Damals bahnbrechend – und immer noch besser als der meiste neue Kram.
Was Spielberg da zusammen mit Dennis Muren und Co. rausgehauen hat, ist nicht einfach ein Meilenstein. Es ist das verdammte Urknallmoment moderner Effekte. Und das Beste: Die Dinos fühlen sich echt an. Sie haben Gewicht. Präsenz. Du glaubst an sie.
John Williams, du gottverdammtes Genie
Dieses Thema. Diese ersten Töne. Diese Mischung aus Ehrfurcht und Größe – ich hab heute noch Tränen in den Augen, wenn der Brachiosaurus den Kopf hebt. Williams schafft es, die gesamte emotionale Bandbreite dieses Films in Musik zu gießen. Von majestätisch bis bedrohlich, von zart bis bombastisch.
Und dann diese Stille im T-Rex-Angriff. Kein Score, nur Regen, Schritte, Atmen. Gänsehaut pur. So macht man Sounddesign.
Lass die Natur in Ruhe, du Depp
Mal abgesehen vom Thrill, stellt der Film eine sehr klare Frage: Nur weil wir etwas können – sollten wir es auch? Und die Antwort ist jedes Mal: NEIN! Jurassic Park zeigt mit jedem Sabberfaden am Raptorgebiss, dass menschliche Hybris immer in die Hose geht. Damals war’s Genmanipulation, heute sind’s KI, Klimakollaps und Deepfake-Desinformation. „Life finds a way“ ist längst mehr als ein Catchphrase – es ist eine Warnung.

Vergiss Jurassic World, das ist Fast Food gegen Haute Cuisine
Die ganzen Jurassic World-Filme? Seelenlose CGI-Exzesse mit Dinosauriern als Themepark-Requisiten. Kein Gefühl, keine Magie, keine echten Menschen. Jurassic Park hingegen hat Herz. Atem. Seele. In einem Blick von Sam Neill steckt mehr echtes Staunen als in drei Stunden Chris Pratt auf Motorrad.
Ein Film wie ein Urknall
Jurassic Park ist der Grund, warum ich Kino liebe. Weil es dich zurück in deine Kindheit schleudert, dir das Herz durchknetet und dir zeigt, dass Wunder möglich sind. Ich hab den Film als Kind gesehen, aber ich fühl ihn heute noch genau wie damals – mit jeder Faser.
Er ist nicht perfekt. Und das ist gut so. Weil er lebendig ist. Weil er Gefühle weckt, statt nur auf Schauwerte zu setzen. Spielberg hat hier nicht nur Dinos erschaffen – er hat Erinnerungen gebaut. Und das ist mehr, als jeder Blockbuster seitdem geschafft hat.
5 von 5 – und ich würd sie alle nochmal in die Isla Nublar schicken, nur um diesen Zauber wiederzuerleben.
Und Spielberg? Hat mir mit elf Jahren das Gehirn weggeschmolzen. Danke dafür.